Die 8. Klassen des Gymnasiums und der Leistungskurs Geschichte (K1) besuchten am 15.07. den Hartmannsweilerkopf, einen 957m hohen Berg in den Vogesen. Motivation für diesen Besuch sind jedoch nicht die wunderbare Natur oder die fantastische Aussicht auf die Rheinebene zwischen Colmar und Belfort. Die offensichtliche Schönheit des Berges steht vielmehr im krassen Gegensatz zum Leid und der Grausamkeit des Ersten Weltkrieges, die abertausende Soldaten dort zwischen 1914 und 1918 erleben mussten.
Der Berg selbst und die Überreste von Unterständen, Schützengräben, Stacheldraht und Granattrichtern veranschaulichen nicht nur die technische Seite des ersten „industriellen Krieges“ der Geschichte. Verbunden mit Tagebucheinträgen und Berichten von Soldaten beider Seiten schafft es dieser Ort auch, dass man begreift, was im Unterricht als Sinnlosigkeit des Krieges thematisiert wird. Vor einem Soldatenfriedhof zu stehen und dann die Bergkuppe hinaufzusteigen, deren wiederholte Eroberung und Rückeroberung ca. 30.000 Menschen mit dem Leben bezahlen mussten, das kann kein Unterricht in vier Wänden ersetzen.
Genau das lässt aber auch reflektieren: Führt das Gefühl der Sinnlosigkeit zu neuem Hass, wie es der Bericht des Gefreiten Adolf Hitler nahelegt – oder wagt man auf diesem blutgetränkten Berg, Zeichen der Versöhnung zu setzen?
Die Exkursion selbst, aber auch viele andere Begegnungen mit unseren französischen Freundinnen und Freunden, die die St. Landolin Schule regelmäßig ermöglicht, sowie die gelebte Geschwisterlichkeit im Kleinen von Freundeskreis und Klassengemeinschaft und im Großen von Staat und Politik, sie haben einen Anlass. Einen Anlass, der durch Geschichte begriffen und reflektiert wird, um heute und morgen nach vorne zu blicken.
Text & Fotos: Valentin Frisch







