Wie Schule junge Menschen auf eine zunehmend komplexe und demokratisch herausfordernde Welt vorbereiten kann, war Thema einer Podiumsdiskussion Ende Januar im Rockcafé Altdorf. Eingeladen hatte das Bündnis für Demokratie Ettenheim. In offener Atmosphäre kamen Schüler:innen und ehemalige Schulleitungen miteinander ins Gespräch. Die Moderation übernahm Frau Dr. Blanke-Kießling aus Lahr, die den Abend sachlich, wertschätzend und dialogorientiert gestaltete.
Die St. Landolin Schule war bei der Veranstaltung engagiert vertreten. Merle Grüsser brachte die Sicht der Schüler:innen differenziert und reflektiert in die Diskussion ein. In ihren Beiträgen wurde deutlich, wie wichtig jungen Menschen persönliche und wertschätzende Kommunikation und zeitgemäße Lernformen sind, die ihre Lebenswirklichkeit ernst nehmen.
Mit Wolfgang Mutter, ehemaliger stellvertretender Schulleiter der St. Landolin Schule, floss zudem langjährige schulische Erfahrung in die Diskussion ein. Er ordnete aktuelle Herausforderungen des Bildungssystems, z.B. die Frage der Bildungsgerechtigkeit, in größere pädagogische und gesellschaftliche Zusammenhänge ein.
Im Verlauf des Abends wurde Schule aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Persönliche Rückblicke auf eigene Schulzeiten standen neben aktuellen Erfahrungen der Schüler:innen. Thematisiert wurden unter anderem Leistungsanforderungen, zeitliche Verdichtung, psychische Belastungen sowie der Wunsch nach mehr Freiräumen im schulischen Alltag. Gleichzeitig entstanden zahlreiche konstruktive Ideen, wie Lernen zukunftsfähiger gestaltet werden kann – etwa durch projektorientiertes Arbeiten, individuelle Rückmeldungen, neue Lernsettings, Austauschformate und eine stärkere Sensibilisierung für mentale Gesundheit.
Ein zentraler Diskussionsstrang war die Rolle von Schule als Ort demokratischer Bildung. Demokratie, so wurde deutlich, erschöpft sich nicht im Vermitteln von Inhalten, sondern lebt von Beteiligung, Dialog, kritischem Denken und der Erfahrung, gehört zu werden. Medienkompetenz, Urteilsfähigkeit und gemeinschaftliches Problemlösen wurden als zentrale Kompetenzen für eine demokratische Gesellschaft benannt.
An diese Überlegungen knüpft die St. Landolin Schule aktuell bewusst an. Mit der Teilnahme am Projekt EDU360° sowie der intensiven Auseinandersetzung mit der Dalton-Pädagogik verfolgt die Schule konkrete Entwicklungsansätze, die Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und individuelle Lernwege stärken.
Text: Jakob Katzmann
Bilder: Bündnis für Demokratie Ettenheim






