Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchte die Klasse 13aWG des Beruflichen Gymnasiums im Rahmen des Geschichtsunterrichts das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus in Freiburg. Nachdem ich die Schüler:innen bereits in Jahrgangsstufe 1 intensiv mit dem Scheitern der Weimarer Republik und der anschließenden nationalsozialistischen Schreckensherrschaft auseinandergesetzt hatten, sollte nun erlebt werden, was der Nationalsozialismus für die Menschen in Freiburg in der damaligen Realität bedeutete.
Das Gebäude, in dem sich das Museum befindet, wurde 1936 als Verkehrsamt erbaut und anschließend als solches genutzt. Die originalen Räumlichkeiten im Inneren wie der Luftschutzkeller schafften einen besonderen historischen Realitätsbezug. Die Klasse wurde in zwei Gruppen von Historikern durch die Ausstellungen geführt. Mit den Anfängen der jungen und politisch brüchigen Weimarer Republik begann die Führung. Im Anschluss begab man sich in den ehemaligen Luftschutzbunker, in dem sich die Schüler:innen interaktiv mit verschiedenen gesellschaftlichen Aspekten des Freiburger Lebens während der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigten. Besonders wichtig erschien dabei die Rolle der Freiburger Bürger:innen, die sich durch das Denunziantentum zu Mitverantwortlichen machten. Diesem Handeln fielen vor allem Juden, aber auch andere gesellschaftliche Minderheiten zum Opfer. Freiburg wurde nach Berlin die zweite „judenfreie“ Stadt im NS-Staat. Am Ende der Führung thematisierten die Gruppenleiter das Kriegsende und die langsame Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in der jungen Bundesrepublik.
Der Exkurs wurde von den Schüler:innen als wichtige historische Aufarbeitung und realitätsnahe Wiederholung des Lernstoffs vor den anstehenden Abiturprüfungen wahrgenommen. Trotz der bedrückenden Erfahrungen im Museum verbrachte die Klasse einen lehrreichen und zugleich gemeinschaftlich schönen Vormittag in Freiburg.
Text: Nevio Nicolosi
Fotos: Annette Kollefrath-Persch





