Ein Taifun schüttelt das fantasievoll geschmückte Riff im Partykeller der St. Landolin Schule gleich zu Beginn so richtig durch und Flapo, die Flaschenpost, die schon lange unterwegs ist und endlich ihre Botschaft loswerden will, strandet wieder einmal.
Zurück im Wasser landet sie in einer Casting-Show der Meeresbewohner, die von dem gestrengen Pepe geleitet wird, der nur für die sieben Glitzerinen Lob findet, die Gruppe der Zerstörer, die drei Quallen, der stimmgewaltige Kugelfisch Elsie und auch die rockenden Pagageienfische dagegen finden keine Gnade vor seinem Urteil.
Miese Stimmung also unter den Meeresbewohnern, es riecht nach einem abgekarteten Spiel und in diesem Chaos nimmt sich keiner Zeit für die Flaschenpost, denn alle sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Auch Henning, der social media süchtige Fisch, der seine Freundin Helga, eine Landratte, nur virtuell kennt und noch nie real getroffen hat, nimmt sich keine Zeit für das Anliegen der Flaschenpost, so beschäftigt ist er mit Knipsen, Swipen, Wischen, Snappen, Klicken, Chatten und Liken.
Erst als die weise, aber gelangweilte Moräne den Doktorfisch zu Hilfe ruft, wird den Bewohnern des Riffs klar, dass die Flaschenpost unbedingt geöffnet werden muss, um ihre Botschaft zu entschlüsseln. Daraufhin entführt das Zerstörer-Quartett Flapo, denn sie wollen diejenigen sein, die diese geheimnisvolle Botschaft zuerst in den Händen hält.
Nun erkennen aber die anderen Riffbewohner, dass sie Flapos Leben retten müssen und gemeinsam überwältigen sie die Zerstörer gerade noch rechtzeitig, sodass der Doktorfisch anschließend mithilfe des Oktopus und seiner vielen Arme den Korken der Flaschenpost professionell lösen kann.
Die Botschaft ist erschreckend- ein Vulkanausbruch steht unmittelbar bevor und nur ein Anbohren des Vulkans könnte eine Rettung sein! Das ist die richtige Aufgabe für die Zerstörer, denn nur sie können mit ihren Gerätschaften den Vulkan unschädlich machen und das Leben im Riff weiterhin sichern. Erst nachdem sie ihre eigenen Interessen mal hinten angestellt und gemeinsam gekämpft haben, schaffen die Riffbewohner am Ende die Rettung ihrer Lebenswelt.
Eine so simple wie wahre Botschaft, die dieses Musical mit Schwung und Tempo auf die Bühne gebracht hat.
Eine spielfreudige Truppe mit einigen starken Einzelstimmen, farbenfrohen Kostümen, einem stimmungsvollen Bühnenbild und von der Licht- und Ton-AG lichttechnisch perfekt in Szene gesetzt und mit vielfältigen Soundeffekten unterstützt.
Da kam keine Langeweile auf, das zahlreiche Publikum wurde von Beginn an mitgerissen und erfreute sich spürbar an der kurzweiligen Aufführung, die durch die Chorklasse R06c von Frau Hensle unterstützt und von Frau Studer, Frau Bernard und Frau Funke während vieler Proben mit der Truppe lebendig einstudiert wurde.
Text: Simone Liebherr
Fotos: Jens Müller














